2 Der RX-Signalpfad

RX-Frontend

  • Das Antennensignal passiert zunächst das auch von der PA genutzte Tiefpassfilter.
  • Wahlweise können ein 6- und ein 12 dB-Abschwächer eingeschleift werden, um den Mischer zu entlasten.
  • Je Amateurband vorgesehene Bandfilter werden vom LO aus geschaltet.
  • Ein ZF-Notchfilter verhindert ein Durchschlagen der ZF-Frequenz.
  • Schwache Signale, gerade in den oberen Bändern, kann ein Vorverstärker anheben.

H-Mode-Mischer

  • Wegen der Großsignalfestigkeit wurde ein H-Mode-Mischer gewählt. Statt mit Dioden wird hier mit MOSFET-Schaltern gemischt.
  • Ein Diplexer zusammen mit einem mit vier parallel geschalteten JFETS realisierten Verstärker sorgt für eine saubere Anpassung und für die Isolation gegen die Impedanz­sprünge des nachfolgenden Quarzfilters.

Local Oscillator (VFO)

  • PLL-LO's haben sich als untauglich erwiesen, DDS-LO's waren mir zu kompliziert. Die Erlösung brachte der Si570, auch wenn er weitläufig nur in SDR-Projekten eingesetzt wird.
  • Der Si570 wird von einem ATMEL Atmega32-Controller gesteuert. Programmierung in BASCOM. Damit ist es auch gelungen, dem Si570 das Knacken beim Abstimmen fast vollständig abzugewöhnen.
  • Der Controller schaltet ebenfalls über eine I2C-Zweidrahtleitung die Bandfilter im Frontend und die PA-Tiefpassfilter.

CW-/SSB-Quarzfilter

  • Die mit Relais schaltbaren Quarzfilter sind mit billigen 8.8672 MHz-Quarzen realisiert. Sie werden wahlweise in den RX- oder den TX-Zweig geschaltet.
  • CW-Filter: 6 Quarze, Charakteristik Linear Phase 0,5 dB
    620 Hz @ -6 dB, 1.900 Hz @ -60 dB, Shape Faktor 3,03
    Durchlassdämpfung 5,7 dB
  • SSB-Filter: 8 Quarze, Charakteristik Chebyshev 0,1 dB
    2.450 Hz @ -6 dB, 4.230 Hz @ -60 dB, Shape Faktor 1,72
    Durchlassdämpfung 1,4 dB

RX/TX-Umschaltung des Quarzfilters

  • RX: Schaltet das Empfangssignal vom Mischer/Quarzfilter auf den ZF-Verstärker.
  • TX: Schaltet das DSB-Signal vom Modulator auf das Quarzfilter zum Mischer.

ZF-Verstärker

  • Breitbandverstärker mit ungeregelter Gesamtverstärkung 66 dB, Ausleitung des ZF-Signals für die HF-gesteuerte AGC.
  • Erst vor dem Verstärkerausgang ein vierpoliges Quarz-Noise-Filter zur Reduzierung des Breitbandrauschens vor dem Produktdetektor.
  • Regelung (AGC) mit PIN-Dioden. 

AGC-Verstärker

  • Leitet die Regelspannung für die PIN-Diodenabschwächer im ZF-Verstärker aus der NF und der ZF ab.
  • Ansprechschwellen für die ZF- und die NF-Regelung sind in einem weiten Bereich einstellbar.
  • Es ist zusätzlich eine Handregelung möglich, auch kann die AGC abgeschaltet werden. Aus der Regelspannung wird das Signal für ein S-Meter zur Verfügung gestellt.

BFO und Produktdetektor

  • Der BFO in Colpitts-Schaltung verwendet zwei parallel geschaltete Quarze, die je nach Betriebsart (RX/TX und CW/SSB) über Kapazitätsdioden auf die Sollfrequenz gezogen werden.
  • Für den Produktdetektor gibt es auch mal eine einfache Lösung: einen NE612 in Standardschaltung.  

NF-Band- und Notchfilter

  • Mangels verfügbarer besserer Alternativen mit DSP gibt es auch hier eine einfache Lösung mit aktiven OpAmp-Filtern.
  • Der Filter erlaubt Einstellungen als engen Bandpass oder als Bandsperre, deren Mittenfrequenz über das NF-Spektrum geschoben werden können. Somit können Nutzsignale, z.B. CW, selektiv angehoben bzw. Störsignale abgeschwächt werden.

NF-Verstärker

  • Das NF-Signal durchläuft zunächst ein Bandpassfilter (300 bis 3.000 Hz @ -3dB).
  • Der Lautsprecherverstärker mit einem TBA 820 kann 1 Watt abliefern.
  • Ein CW-Ton kann eingeblendet werden. Der RX-NF-Eingang kann stumm geschaltet werden.