Über mich

DL6GL im Shack

Georg Latzel, Jahrgang 1946, Dipl.-Physiker

Rufzeichen DL6GL

Nach einem bewegten Berufsleben
20 Jahre in verschiedenen Leitungspositionen (Physiklabor, Softwareentwicklung, IT),
seit 1996 freiberuflicher Unternehmensberater, Zertifizierungsauditor und Auditorentrainer,
seit 2011 Pensionär, immer noch berufstätig, aber zögerlich loslassend,
habe ich mich an mein Jugendhobby, Elektronik und Amateurfunk, erinnert.

In den 1960er Jahren habe ich als Schüler angefangen, mich für Amateurfunk zu begeistern. Begonnen hat es zu Weihnachten mit dem legendären Radiomann von Kosmos. Empfänger mit einem kleinen Stückchen Bleiglanz als Detektor, Sender mit einem Funkeninduktor. Immerhin, über fünf Meter war das Prasseln zu empfangen. Und das drahtlos.

Später wurden verstaubte Radios der Verwandtschaft abgeluchst und ausgeschlachtet, darunter eine Menge in den sagenhaften Bakelitkästen eingehauste Volksempfänger. Schade nur, dass die im Lauf der Zeit im Müll gelandet sind.

Der Amateurfunk war eine echte Herausforderung. Damals gab es noch kein Internet - unvorstellbar heutzutage. Schaltungen mussten mühsam als Zeitschriften wie Funkschau und Funktechnik, aus dem DL-QTC, später dann CQ-DL, und aus Büchern zusammen­gesucht werden. Nicht zu vergessen, die RPB-Bändchen. Schaltungen wurden freihändig gemalt, wenn es schön für die "Ewigkeit" werden sollte, mit Schablone und Rapidograph. Kurz und gut, damals wurde selbst gebaut. An die schwarzen japanischen Kisten war noch gar nicht zu denken. Geloso gab es, Heathkit, Semco und Sommerkamp. Für einen Schüler mit immer knappem Taschengeld unerreichbar. Die Firma Oppermann gab es damals auch schon, andere wie Radio Fern sind verschwunden, Völkner mit günstigen Restposten in Conrad aufgegangen.

Und heute? Nach einem ausgefüllten Berufsleben wäre schon Geld übrig für einen japanischen TRX mit allem Schnickschnack, den man sich nur vorstellen kann. Es wäre zumindest schneller gegangen, wieder QRV zu sein. Zu einfach für mich und irgendwie langweilig.

Dabei war es meine Tochter, die, wohl meinen absehbaren Abschied aus dem Geschäfts­leben vor Augen, mich bisweilen vor die Frage nach dem "Danach" stellte. Gute Frage. In Kisten verpackt gab es noch Reste meines Jugendhobbys. Leider haben unzählige Röhren, ECC 81, EF 85, EL 34 und so, die diversen Umzüge nicht überlebt. Auch der damalige Nachbau eines Collins 75A4, zu Beginn meiner Studienzeit entstanden, war zwischenzeitlich abhanden gekommen. Immerhin, es fanden sich auch moderne Bauteile, mit denen später UKW-Tuner, HiFi-Verstärker und ein elektronisches Klavier gebaut wurden.

So kam ich wieder zum Amateurfunk. Das Internet war eine Offenbarung, wieder Anschluss an die aktuelle Technik zu gewinnen. Die eigentliche Initialzündung bewirkte Werner Schnorrenberg, DC4KU, mit seinem ZF-Nachsetzer im Funkamateur 2000. Quasi um diesen herum begann ich mit Hilfe des Internet, ein Konzept für einen RX mit der Option auf einen TRX zu entwickeln. Das zieht sich nun schon seit dem Jahr 2007 hin. Eine lange Zeit, unheimlich spannend, bisweilen auch ziemlich nervig bei hartnäckigen Fehlern. Hilfe von OMs aus dem OV ist kaum noch zu bekommen. Wer baut heute noch selber?

Eigentlich vom Lauf der Zeit total überrollt, sich angesichts von Smartphones, Internet, Twitter, Facebook und Co. noch mit Amateurfunk zu beschäftigen.

Für mich war und ist heute noch Amateurfunk ein faszinierendes Experimentierfeld. Weniger die Tiefen der Menüs japanischer Wunderkisten auszuloten, vielmehr mit dem eigenen Hirn Schaltungen zu konzipieren und zu optimieren und mit den eigenen Händen aufzubauen. Und sich über die noch nicht gänzlich verkümmerten eigenen Fähigkeiten zu wundern. Selbst Microcontroller, um die ich anfangs einen großen Bogen gemacht habe, verloren ihren Schrecken und erwiesen sich als unentbehrliche Helferlein.

Zurück zu den Wurzeln - Amateurfunk, wie er einmal war.

Das bedeutet für mich "Ham spirit" von gestern, Technik von heute.

Das Internet hat mir viel gegeben. Was ich gelernt habe, will ich hier wieder zurückgeben und mit anderen Selbstbauwütigen meine Baustelle teilen.

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