3 ATU-TRX-Kommunikation

Gespeichert von DL6GL am Do., 13.02.2020 - 12:03

3.1  Kopplung mit dem DL6GL-Selbstbau-TRX

Die Kommunikation mit dem TRX zur Übertragung der aktuellen Frequenz auch im RX-Betrieb ist speziell für den Si570-LO im TRX ausgelegt. Eine CAT-Schnittstelle hätte es werden können, wenn ich einen kommerziellen TRX von ICOM, Kenwood & Co. besäße. Hätte, hätte, Fahrradkette...
Unten in Abschnitt 3.2 kommt's.

Für einen wahlfreien Einsatz des ATU-TRX Com-Moduls ist ein Jumper an Pin PB.0 des ATmega1284P im ATU-Controller nach GND vorgesehen (Abb. 1.3). Nur wenn dieser gesteckt ist, wird die ATU-TRX Com aktiviert.

ATU-TRX-COM Bus

Abb. 3.1: Anbindung der ATU-TRX-Com-Moduls an die vorhandenen Bus-Systeme.

ATU-TRX-COM Schaltung

Abb. 3.2: ATU-TRX Com-Modul, Schaltung.

Eine exakte Baudratengenerierung erlaubt der 14,7456MHz-Quarz. Zur Prüfung der Protokolle kann ein 16x2-LCD angeschlossen werden. Die Verbindungen zur Außenwelt ermöglichen der RS485-Baustein MAX485 an den Pins PD0 bis PD2 und (Software-) I2C über die Pins PC4/PC5.

Die Platine, 34x52mm, findet in einem Schubert-Weißblechgehäuse Nr. 12 (37x55x30mm) Platz. Das Modul wird im TRX untergebracht.

Das ATU-TRX Com-Modul im TRX wird von zwei Seiten traktiert:

  1. Der ATU Controller fragt etwa im ½ Sekundentakt über den RS485-Bus das ATU-TRX Com-Modul nach der aktuellen TRX-Frequenz.
  2. Das ATU-TRX Com-Modul seinerseits erhält mit der gleichen Taktrate vom TRX Si570-LO über I2C die aktuelle TRX-Frequenz mitgeteilt und gibt diese als Antwort auf die Anfrage auf den RS485-Bus an den ATU Controller.
  3. Der ATU Controller ermittelt aus der Frequenz die im EEPROM gespeicherten Einstelldaten für die Remote Unit.
  4. Im RX-Mode stellt die Remote Unit daraufhin die zur Frequenz passenden Tunerdaten ein. Im TX-Mode steht das Signal aus dem SWR-Koppler für den Frequenzzähler zur Verfügung, so dass hier die gemessene TX-Frequenz wie bisher verwendet wird.

Mit dem Übermittlungsformat 16Bit ist die maximal darstellbare Frequenz 65.535kHz.

Anforderung der TRX-Frequenz ATU Controller an ATU-TRX Com:

Byte Bedeutung Wert
1 Zieladresse 0x02
2 Absenderadresse 0x00
3 Kommando 0xFA
4 Datenbyte 1 (Dummy) 0xFF
5 Datenbyte 2 (Dummy) 0xFF
6 Datenbyte 3 (Dummy) 0xFF
7 Checksumme aus Bytes 1 bis 6 ...

Antwort: TRX-Frequenz von ATU-TRX Com an ATU Controller:

Byte Bedeutung Wert
1 Zieladresse 0x00
2 Absenderadresse 0x02
3 Kommando 0xFA
4 Error-Code, =0: Anforderung OK, Frequenz wird gesendet, sonst 2x 0xFF ...
5 Frequenz (kHz) high byte ...
6 Frequenz (kHz) low byte ...
7 Checksumme aus Bytes 1 bis 6 ...

Der Si570-LO im TRX überträgt die TRX-Frequenz in kHz als High-/Low-Byte über I2C. Das ATU-TRX Com-Modul gibt die Frequenz an den ATU weiter, wenn die Anforderung vom ATU als korrekt erkannt wurde, sonst zwei Mal 0xFF statt der Frequenz. Die I2C-Adresse des ATU-TRX Com ist 0x78.

Für den Einsatz des ATU-TRX Com-Moduls ist die Aktualisierung der Si570-LO-Firmware im TRX auf die Version V3.10 erforderlich (im Download zum TRX-LO). Sie ist lediglich um die I2C-Kommunikation mit dem Modul erweitert. Diese legt im ½-Sekundentakt die aktuelle TRX-Frequenz auf den I2C-Bus.

Die Aktivierung erfolgt mit einer Verbindung von Pin PA.0 nach GND im TRX-LO an der bislang unbenutzten ADC-Stiftleiste, z.B. mit einem Jumper. Ohne das ignoriert der LO das Com-Modul.

3.2  Kopplung mit einem ICOM IC-7700

Die Ankündigung von Okt. 2019 ist wahr geworden: Rainer, DC6LB, hat eine Kopplung des ATU auch an die kommerzielle TRX-Welt - hier ICOM – entwickelt. Das ist eine echte Bereicherung, herzlichen Dank dafür.

Das ICOM-Kopplungsmodul ersetzt das ATU TRX-Com-Modul in Abb. 3.1. Es kommuniziert in Richtung ATU wie gehabt über den RS485-Bus mit dem obigen Protokoll, in Richtung ICOM-TRX über den ICOM CI-V Bus.

Der Konverter wurde zwar nur mit einem ICOM IC-7700 getestet. Er ist aber auch für andere ICOM-Geräte parametrierbar. Das Konzept mit serieller Anbindung eines TRX kann prinzipiell auch auf Geräte anderer Hersteller übertragen werden.

Die Hardware der ICOM-Schnittstelle ist ähnlich wie im ICOM-Konverter CT-17 aufgebaut. Die Programmierung der Firmware erfolgte mit BASCOM-AVR.

Die Transceive-Einstellung ist nur bei neueren ICOM-Geräten über den CI-V Bus abfragbar und programmierbar. Im vorliegenden Protokoll-Konverter kann die Transceive-Einstellung entweder vom ICOM-Gerät abgefragt oder durch einen eingebauten Schiebeschalter vorgegeben und dann im ICOM-Gerät programmiert werden.

Rainer liefert keine Platinen und auch keine fertigen Geräte. DH4YM wird in Kürze (neben den Platinen für den ATU) auch eine Platine für diesen Konverter anbieten. Wenn Nachbauer nicht über eine BASCOM-Lizenz verfügen, bietet Rainer kostenfrei an, die Firmware für Befehle anderer ICOM-Geräte zu übersetzen. Voraussetzung ist, dass der Nachbauer die entsprechende Befehle selbst ermittelt und an Rainer sendet. Er erhält dann den modifizierten Quelltext und das Hex-File zurück. Sämtliche Unterlagen sind im Download abgelegt.

Kann sein, dass Rainer, DC6LB, und ich, DL6GL, wohl noch einmal die Köpfe zusammenstecken, um auch eine automatische TX-Mute-Funktion während des Schaltens der Relais in der Remote Unit nachzurüsten. Wird wohl voraussichtlich im März/April 2020 folgen.